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Chronik der Naturschutzarbeit (Band I)

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Naturschutzarbeit im Landkreis Löbau-Zittau

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• • • • • • • • • • • • Anfänge • • • • • • • des • • Naturschutzes • • • • • • • • • • • bis • • 1945 • • • • • • • • Peter Buschmann: Der Pflanzgarten Gründung – Entwicklung – Gegenwart … Als 1912 der Ebersbacher Humboldtverein auf dem Schlechteberg ein Museum mit Gaststätte und Vereinszimmer errichten ließ, fiel der Vorschlag zur Einrichtung eines Gartens mit bunter Pflanzendecke auf fruchtbaren Boden. Der Gutsbesitzer Julius Schulze, genannt Schulze-Bauer, hatte nach den Dienstjahren als Förster im Kaukasus in seinem Garten an der jetzigen Mozartstraße ein Alpinum von seltener Schönheit eingerichtet. Nach diesem Modell sollte am Nordhang des Schlechteberges, unterhalb der neuen Baude, ein Alpengarten entstehen. Schon beim Ausheben der Baugrube für die Baude wurden die Erdmassen zur Gestaltung der späteren Anlage in drei Terrassen eingebaut. Als Mitglied des Bauausschusses hielt Julius Schulze ein wachsames Auge auf die Profilierung der Außenanlagen. Als am 1. September 1912 die Humboldtbaude feierlich eingeweiht wurde, war die oberste Terrasse schon ein Blütenteppich. Schulze-Bauer hatte mehrere Wagenladungen Heidekraut auf den Schlechteberg gebracht und ausgepflanzt. Noch im Herbst 1912 wurde auf dem Gelände des Humboldtvereins zwischen den Terrassen der Rasen abgestochen und für die spätere Anlage der Pflanzenquartiere auf Haufen gesetzt. Julius Schulze und der Vorsitzende des Vereins, Herrmann Andert, beaufsichtigten diese Arbeiten, welche von bezahlten Kräften durchgeführt wurden … (Quelle: Rund um den Schlechteberg – aus Vergangenheit und Gegenwart. Einblicke in die Ebersbacher Chronik, Heft 2) (Quelle: Wanderversammlung des Verbandes „Lusatia“ zu Ebersbach 1912. Den Versammlungsteilnehmern gewidmet vom Humboldtverein Ebersbach.) 11

Auszug der Ansprache von Alexander Wünsche zum 100-jährigen Bestehen des Naturschutzgebietes „Rotstein“ 2012 … Das Naturschutzgebiet Rotstein ist heute eine Perle in der Kette von 212 Naturschutzgebieten Sachsens. Mit einer Größe von heute reichlich 81 Hektar ist das Gebiet jedoch eher klein. Der Sächsische Durchschnitt liegt dank der großen Naturschutzgebiete wie Königsbrücker Heide, Niederspree und der Schutzzonen des Biosphärenreservates bei 245 Hektar. Als eines der ersten Naturschutzgebiete hat es heute jedoch einen ganz besonderen Wert, weil sich in ihm nicht nur 100 Jahre Entwicklung eines Naturschutzgebietes ablesen lassen, sondern weil sich auch der vielfältige Wandel unserer Landschaft und unseres Verhältnisses zur Natur verfolgen lassen. Als die Königliche Amtshauptmannschaft Löbau am 26. März 1912 bekannt gab, dass in allen Wald bestandenen Teilen des Rotsteins das Abpflücken und Ausgraben von Pflanzen und Pflanzenteilen sowie das Verlassen der Touristenwege verboten wird, war damit eines der ersten Naturschutzgebiete in Sachsen geboren. Nur sehr wenige sind älter – wie z. B. die Kuppe des Wachtelberges bei Wurzen mit ihrem Kuhschellenvorkommen . Zur Festsetzung kam es, weil Amthauptmannschaft Löbau, Humboldtverein Löbau, Landesverein Sächsischer Heimatschutz und einige Waldbesitzer in gemeinsamer Absicht die hervorragende Pflanzenwelt vor allzu eifrigen Kräutersammlern schützen wollten. Besonders die üppigen Leberblümchenteppiche und die seltenen Orchideen sind manchen Spaziergängern, „Kräuterweibchen“ und eifrigen botanisierenden Oberschülern zum Opfer gefallen. Damit nun im „Naturschutzbezirk“ des Rotsteins diese Verbote eingehalten werden, wurden „Rotsteinpfleger“ eingesetzt. In regelmäßigen Sitzungen der Rotsteinpfleger mit der Amtshauptmannschaft Löbau, des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz und einiger Waldbesitzer wurde stetig am wirksamen Schutz des Rotsteins gearbeitet. Überhaupt ist es dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz erst 1910 übertragen worden, eine eigene Abteilung für Naturschutz zu bilden und den sächsischen Stadträten und Amtshauptmannschaften als Fachberatung zur Seite zu stehen. Schon am 13. Februar 1911 legte der Landesverein dem Innenministerium eine Vorschlagsliste von Gebieten vor, die der Unterschutzstellung bedürfen. Diese Liste enthielt auch den Rotstein. Damals – wie heute – war es wichtig die Waldbesitzer für die Naturschutzgedanken zu begeistern. Besonders die Stadt Löbau hat als Waldbesitzer Vorbildliches geleistet. Als Selbstbeschränkung und ohne verordnete Verpflichtung kam man überein, die Bestockung auf dem Gipfel und den Trümmerhalden – wenn überhaupt – nur im Plenterbetrieb (also der Entnahme nur einzelner Bäume) zu nutzen. Auch sollten entlang der Kammlinie mehrere Reihen Laubbäume bei Neupflanzungen in Nadelbaumflächen gepflanzt werden. Das ist insofern bemerkenswert, da zu dieser Zeit die Nadelholzorientierung noch nahezu unanfechtbares wirtschaftliches Ziel der sächsischen Kahlschlagswirtschaft war. Die erste umfangreichere Nonnenkalamität schickte in dieser Zeit ihre Vorboten im Klosterwald Marienthal und im Zittauer Gebirge voraus. Ideen zur Abänderung der Waldbaustrategien folgten jedoch erst später als auch in Folge der großen Nonnenkalamitäten der 1920er Jahre der Forstmann Alfred Möller den Dauerwaldgedanken publik machte. Neben der Stadt Löbau haben sich auch die privaten Waldbesitzer dazu verpflichtet, bei ihrer Bewirtschaftung auf die wertvollsten Teile der Flora, nämlich die Eiben und den Wacholder, Rücksicht zu nehmen. Auf dieses Fundament gegründet, konnte sich das Naturschutzgebiet langfristig entwickeln. 12

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