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Chronik der Naturschutzarbeit (Band I)

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Naturschutzarbeit im Landkreis Löbau-Zittau

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• • • • • • • • • • • • • • • • • Naturschutzarbeit • • • • • • • • • • • • • 1949–1989 • • • • • • • • • • • • Befragung Walter Jentzsch, durch Mitarbeiter des Landratsamtes 1998 Walter Jentzsch war Biologielehrer in Olbersdorf bis 1991 sowie langjähriger Naturschutzhelfer und Gebietsbetreuer Walter Jentzsch berichtete: In den 1920er und 1930er Jahren hat Herr Zöllner aus Olbersdorf botanisch interessante Pflanzen und deren Fundorte aufgeschrieben. Er machte Aufzeichnungen u. a. von den Kälbersträuchern und den Wachewiesen. In den 1950er Jahren setzte er ein Schreiben an die Gemeinde auf, in welchem er darstellte, welche Pflanzenarten davon nicht mehr nachzuweisen waren. Er selbst hatte Kontakt zu den Natur- und Heimatfreunden – das war ein großer Kreis, darunter selbständige Handwerker und ehemalige Lehrer, die sich mit der Natur beschäftigten. Erster Vorsitzender dieser Gruppe war Max Kaiser. Alle erhaltenswerten Dinge wurden fotografiert und festgehalten, z. B. das Posseltsche Gut, der Pavillon (wurde nach der Wende abgerissen), die alte Försterei in Olbersdorf, Richtung Eichgraben, die Linden an der alten Schenke aus dem 15. Jahrhundert, ein altes Umgebindehaus. Die alte Schenke war nach 1945 noch Treffpunkt der Naturfreunde. Die Fotos und Dokumentationen bewahrte Max Kaiser auf. In den 50er Jahren wurden durch Willi Hartmann Beschilderungen im Zittauer Gebirge vorgenommen. Ein Vorgarten-Wettbewerb wurde ebenfalls in den 1950er Jahren ins Leben gerufen, eine Idee der Natur- und Heimatfreunde. Jedes Jahr fand eine Begehung mit Max Kaiser, Walter Jentzsch und dem Bürgermeister statt. Vom Gemeindeamt wurden für die besten Vorgartengestaltungen Preise vergeben. Nach dem Tod von Max Kaiser schliefen die Ortsbegehungen ein. Im Jahre 1953 wurde von den Natur- und Heimatfreunden sowie den Ornithologen, darunter Herr Knobloch und Herr Heidrich, die vogelkundliche Morgenwanderung in Olbersdorf eingeführt. Diese wurde zu einer schönen Tradition. Man führte Wanderungen in der Umgebung durch. Dabei wurde in den ersten Jahren auch festgehalten, welche Pflanzen- und Tierarten bei der Wanderung beobachtet wurden. Anfangs wurden ca. 40 verschiedene Arten festgestellt und eindeutig bestimmt. Insgesamt nahm die Zahl der gefundenen Arten mit den Jahren ab. Später wurden nur noch 30 Arten festgestellt. Herr Jentzsch besaß ein Heft mit Aufzeichnungen aus den Jahren 1960 bis 1996. Am Anfang war es eine rein vogelkundliche Wanderung mit Start um 4.00 Uhr. Später verschob sich der Start auf 4.30 Uhr, 5.00 Uhr und schließlich auf 8.00 Uhr. Der Initiator der Morgenwanderung war Max Kaiser. Walter Jentzsch führte die Wanderungen später fort. Die Teilnehmer waren ständige Anhänger, aber auch Urlauber kamen mit. Ende der 1970er Jahre wurde Günter Geyer Revierförster. Er unterstützte die AG „Junge Naturforscher“ der Olbersdorfer Schule, indem er z. B. Bäume bereit stellte, welche Walter Jentzsch mit den Schülern pflanzte. Mit den Schülern wurde u. a. auch die Orchideenwiese am Breiteberg gepflegt. Dabei wurden die Schüler von Günter Geyer, Dietmar Spittler, Roland Kobuß unterstützt. Mitte der 50er Jahre erfolgte der Beitritt der Natur- und Heimatfreunde zum Kulturbund. Die damalige Sekretärin vom Kulturbund war Frau Christa Vogt aus Olbersdorf. Ende der 1970er Jahre wurden in Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Schubert und den Mitgliedern vom Kulturbund über 142 Pilzarten gesammelt, auf Kärtchen beschriftet und im Sportlerheim ausgestellt. 29

Haase: Zehn Jahre Kulturbund Auszug: Kulturspiegel der Stadt Zittau, Juni 1955 Das Gesicht der Landschaft, das Bild von Dorf und Stadt, bekommt allmählich wieder bodenständiges Gepräge. Nachdem Jahrzehnte lang gewinnraffendes Unternehmertum Wald, Flur und Gemeindewesen verschandelt haben, beginnt mit der hohen Wertschätzung des kulturellen Erbes und der echten Volkskunst ein Gesundungsprozeß, der hinwirkt auf eine Stärkung des nationalen Bewusstseins. Die mühevolle Kleinarbeit unserer Natur- und Heimatfreunde – der Ausbau von Kultur- und Lehrpfaden, die Wegemarkierungen, die gesamte Naturschutzarbeit – ist ein durchaus wichtiger Beitrag zu unserer gesamten kulturellen Entwicklung … 1958 Information über die einstweilige Sicherstellung folgender naturschutzrelevanter Gebiete: „Rothstein“, Schönbrunner Berg, Hengstberg, Georgewitzer Skala, Grenzwald bei Sonneberg Schreiben vom 27.10.1958 an AG Natur- und Heimatfreunde des Kulturbundes im Kreis Löbau 1959 Max Militzer, Dr. Hans Hiebsch: Die sächsischen Naturschutzgebiete. Dr. Hans Schiemenz: Landschaftsschutzgebiete in Sachsen. Naturschutzarbeit und naturkundliche Heimatforschung, Heft 1/1959. Zweigstelle Dresden des Instituts für Landesforschung und Naturschutz Halle der Deutschen Akademie für Landwirtschaft (DAL) 1959 Gründung des Naturwissenschaftlichen Arbeitskreises Oberlausitz im Deutschen Kulturbund Dr. Gerhard Creutz, Neschwitz: Die naturwissenschaftliche Erforschung der Oberlausitz. Bericht über die Gründung des „Naturwissenschaftlichen Arbeitskreises Oberlausitz im Deutschen Kulturbund“. Kulturspiegel für die Gemeinden Großschönau, Waltersdorf, Hainewalde, 1959 1959 Dr. Alfred Schubert, KNB: „Naturschutz in heutiger Zeit“ Kulturspiegel Zittau Stadt und Land, Juni 1959 30