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Chronik der Naturschutzarbeit (Band I)

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Naturschutzarbeit im Landkreis Löbau-Zittau

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• • • • • • • • • • • • • • • • • Naturschutzarbeit • • • • • • • • • • • • • 1949–1989 • • • • • • • • • • • • Befragung von Herrn Slansky durch Mitarbeiter des Umweltamtes 1998 Herr Slansky, geboren 1926, war Fachlehrer für Biologie, Ortsnaturschutzbeauftragter und viele Jahre Stellvertreter des Kreisnaturschutzbeauftragten Dr. Schubert Herr Slansky berichtete über die Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Schubert: Er und Herr Dr. Schubert waren beide Lehrer an der Erweiterten Oberschule Zittau, beide waren ehrenamtliche Naturschutzmitarbeiter. Dr. Schubert war viele Jahre Kreisnaturschutz-Beauftragter. Er fällte oft mündliche eigenständige Entscheidungen. Durch seinen guten Bekanntheitsgrad funktionierte mit ihm der Informationsaustausch und die Zusammenarbeit mit den Behörden – Wasserwirtschaft, der Jagdaufsichtsbehörde und der Forstverwaltung – gut. Oftmals wurde nur durch mündliche Absprachen bei besonderen Objekten und Anlässen Einfluss genommen, zum Beispiel bei der Gülleausfuhr. Seine Tipps und Hinweise fanden Beachtung. Manches konnte erreicht werden, manches leider auch nicht. So konnte zum Beispiel die Bachbegradigung der Poche zwischen Bertsdorf und Großschönau nicht komplett verhindert werden, jedoch wurden in Zusammenarbeit mit dem Anglerverband teilweise Mäander erhalten. Die Orchideenwiese am Breiteberg in Richtung Großschönau wurde in die Viehkoppel einbezogen. Um genügend Viehfutter zu haben, wurden die Koppeln willkürlich bis zum Wald vergrößert. Das konnte leider nicht verhindert werden An anderen Stellen hat der Naturschutz wieder viel erreicht. Zum Beispiel in den Mühlsteinbrüchen Jonsdorf. Der hintere Teil der Felsenstadt bis zur „Orgel“ wurde unter Naturschutz gestellt. Die Orgel selbst nicht. Um die Bestandserhaltung von Uhu und Wanderfalken hat sich besonders Heinz Knobloch sehr verdient gemacht. Mit Herrn Schubert wurde in den Jahren 1938/39 die „Lausitzer Hütte“ eingeweiht. Bis zum Ende des Krieges fanden hier die „Landheimwochen“ statt. Ende des Krieges erfolgte die Übergabe an die Stadt Zittau. Ehemalige Schüler und Lehrer des Realgymnasiums hatten einen Verein gebildet, damit die Lausitzer Hütte genutzt werden konnte. Grund und Boden war Eigentum der Stadt Zittau. Ab 1958 erfolgte die Übergabe an das Haus der Jungen Pioniere in Zittau. Jährlich im Mai fand eine Ausfahrt mit sämtlichen Naturschutzhelfern statt. Zur Organisation des Naturschutzes zu DDR-Zeiten auf staatlicher Seite berichtete er: Ab1965 gab es beim Rat des Kreises eine Abteilung Land- und Forstwirtschaft. Eine Arbeitskraft war zur Hälfte für den Naturschutz eingesetzt. Diese Stelle besetzten über die Jahre zum Beispiel Herr Lorenz, Herr Kretzschmer und bis zur Wende Herr Schneider (aus Hirschfelde). Beim Rat des Bezirkes Dresden war eine Vollkraft hauptamtlich für den Naturschutz eingesetzt. Frau Dr. Wächter besetzte diese Stelle ab 1970 bis zur Wende. Herr Kubasch hatte in Kamenz das Museum der Westlausitz aufgebaut. In einer eingerichteten Station bei Kamenz fanden auch Lehrgänge über 3 Tage, eine Woche bzw. übers Wochenende statt. Es konnte jeder delegiert werden. Die Finanzierung erfolgte über den Bezirk. Es fanden Weiterbildungsveranstaltungen, Exkursionen und Vorträge statt. Herr Schulz war Schüler von Herrn Kubasch. Er wollte die Kamenzer Erfahrungen auf Zittau anwenden. 47

1976 Bericht zur Entwicklung des Naturschutzes im Jahre 1976 (Schreiben vom 21.1.1977 Rat des Kreises Zittau Abt. Verkehrswesen, Umweltschutz u. Wasserwirtschaft): KNB Dr. Alfred Schubert, Stellv. KNB Hans Slansky Auszüge aus dem Bericht zur Entwicklung des Naturschutzes im Jahr 1976: (Schreiben Abt. Verkehrswesen, Umweltschutz und Wasserwirtschaft an den Rat des Bezirkes Dresden) 1.2 Ehrenamtliche Tätigkeit – Der Kreisnaturschutzbeauftragte Dr. Schubert übt diese Funktion seit 25 Jahren mit hoher Verantwortung, ständiger Einsatzbereitschaft und einem umfangreichen Fachwissen aus, welches das Kollektiv der ehrenamtlichen Naturschutzmitarbeiter festigte. Der KNB Dr. Schubert wurde für seine besonderen Verdienste zur Festigung und Entwicklung unserer DDR im vorigen Jahre mit der Verdienstmedaille der DDR ausgezeichnet. – Freiwillige Arbeitseinsätze von Naturschutzmitarbeitern erfolgten zur Instandhaltung von ND in den Mühlsteinbrüchen in Jonsdorf und bei der Beschilderung von ND und FND. – Das Naturschutzmitarbeiterkollektiv umfasst zur Zeit 1 Kreisnaturschutzbeauftragten 20 Ortsnaturschutzbeauftragte 48 Naturschutzhelfer – Zusammensetzung nach Alter und jetziger Tätigkeit 18–25 Jahre – Arbeiter und Angestellte 50 26–40 Jahre 19 Gen. Bauern 1 41–65 Jahre 28 Intelligenz 16 darüber 22 Selbst. Handwerker 2 davon: männlich: 63 weiblich: 6 2. Geschützte Objekte 2.1 NSG – Jonsdorfer Felsenstadt (63,92 ha) – Lausche (10 ha) – Objektbetreuer für NSG „Jonsdorfer Felsenstadt“ Kol. Manfred Lorenz – für NSG „Lausche“ Kol. Werner Böhme – Die Aussagen zu den Behandlungsrichtlinien werden eingehalten und mit dem Staatl. Forstwirtschaftsbetrieb als Rechtsträger abgestimmt. 2.2 LSG – Zittauer Gebirge (6270 ha) – Neißetal (Teil im Kreis Zittau ca. 600 ha) – Der Zustand ist normal. Die Ausschilderung wird z. Zt. durchgeführt. 48