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Chronik der Naturschutzarbeit (Band I)

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Naturschutzarbeit im Landkreis Löbau-Zittau

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• • • • • • • • • • • • • • • • • Naturschutzarbeit • • • • • • • • • • • • • 1949–1989 • • • • • • • • • • • • tur- und Heimatfreunde, Vorsitzender des Deutschen Anglerverbandes der DDR im Kreis Löbau. Uns interessiert: Kann man all diese Funktionen unter einen Hut bringen? Schuldirektor Hornig: Man kann es, weil sie ähnliche Aufgaben mit sich bringen. Die vom Landeskulturgesetz geforderten Maßnahmen für das Land bilden die Grundlage des Arbeitsprogramms. Zum Beispiel gehört dazu, dass das Territorium flächenmäßig erhalten bleibt. Also dürfen keine Bungalows gebaut werden, neue Wohnbauten dürfen nur eine Höhe von maximal fünf Stockwerken haben und müssen ein Spitzdach tragen. Außerdem sind der Baumschutz und der Schutz vom Aussterben bedrohter Tiere und Pflanzen sehr wichtig. Und hier gibt es immer was zu tun. In der näheren Umgebung Oppachs, in einem kleinen Bach, tummeln sich noch Bachneunaugen, auf einer versumpften Wiese wachsen Orchideen. Diese Wiesen sind eigentlich Ödland, doch wenn sie von der LPG nicht als Weide genutzt werden, verändern sich die natürlichen Bedingungen derart, dass die Orchideen vom Aussterben bedroht sind. Aufgabe Hans-Jürgen Hornigs und seiner Mitstreiter ist es also, mit der örtlichen LPG Absprachen zu treffen, damit die Wiesen genutzt werden, aber zu einer Zeit, da die Orchideen nicht blühen und aussamen. Charakteristisch für die Gegend um Oppach sind die schmucken Weberhäuschen, die meist in der Mitte des vorigen Jahrhunderts entstanden. Sie fallen durch die reizvoll bemalten Pfosten des Umgebindes, geschmackvolle Füllungstüren und verschiefertes Obergeschoß auf. Die meisten Lausitzer Familien modernisieren ihre Häuschen, und wenn sechsteilige Fenster mit zwei Stegen eingesetzt werden, so ist das durchaus im Sinne eines originalgetreuen Umbaus. So dreht sich manches Gespräch vor den Häusern um die Modernisierung, und alte Traditionen werden wachgerufen. Übrigens – gegenwärtig entsteht in Oppach unter aktiver Mithilfe des Kulturbundes eine Arbeitsgemeinschaft Junger Natur- und Heimatforscher. Ein weiteres Aufgabengebiet: Die Natur- und Heimatfreunde stehen in ständigem Kontakt mit den Urlaubern. Auf Wanderungen im Bergland werden die Feriengäste auf geschützte Pflanzen und Tiere aufmerksam gemacht, und mancher Städter entdeckt dabei erstmals seine Liebe für die Natur. Wegemarkierungen, Beschilderungen, das Aufstellen von Bänken gehören ebenfalls zu den immer wiederkehrenden Aufgaben der etwa neunzig Kulturbundfreunde – die treuen und zuverlässigen Mitstreiter Hans-Jürgen Hornigs. Er selbst ist viele Stunden draußen im Wald, an den Feldrainen, beobachtet Tiere, zählt sie, zählt auch Pflanzen. Resultat solcher Freizeitstunden sind dann Zusammenstellungen über Populationsschwankungen der Arten über mehrere Jahre hinweg. Warum tut dies dieser Schuldirektor? Hans-Jürgen Hornig ist, wie er selbst sagt, von Kind auf mit der Natur verbunden und -wie alle Oberlausitzer – sehr „erdverbunden“. Und das ist wohl auch Grund dafür, dass er trotz seiner Funktionen und seines pädagogischen Berufes noch drei Hektar Land hinterm Haus besitzt. Allerdings: Auf die noch bis vor einigen Jahren betriebene Haltung von weit über hundert Enten, Gänsen, Schwänen und Fasanen hat er – aus Zeitgründen – verzichten müssen und hält sich „nur“ etwa hundert Tauben. All das, was Hans-Jürgen Hornig und mit ihm viele andere Natur – und Heimatfreunde in ihrer Freizeit, in der Familie und im Beruf tun, dient letztendlich dem Ziel, das alte Heimatgefühl der Lausitzer mit den neuen Aufgaben, die an die Landwirtschaft, den Umweltschutz, überhaupt an unsere sozialistische Gesellschaft gestellt sind, sinnvoll verbinden.“ Carla Gutsmann Aus dem Archiv der UNB des Landkreises Görlitz, Zeitungsartikel (Abschrift) ohne genaue Bezeichnung 75

1988 Naturschutzhelfer-Aktivität Olbersdorf, Artenschutz Fledermaus, Botanik, Pilze Ornithologie, Amphibien, Reptilien, Schul-AG, Wiesenmahd-Pflege-Einsätze, Pflanzaktion. Rechenschaftsbericht (vom 16.11.1988 / G. Geyer) 1988 H. Haschke, Gesellschaft für Natur und Umwelt: Sonderausstellung über Umweltschutz, Landeskultur und Naturschutz im Gemeindeverband Seifhennersdorf (Kinder-AG in Leutersdorf, Saatgut für kleine Baumschule: Eiche, Kastanie, Ahorn auf ungenutzten Flächen). Ausstellung Kulturbund Ortsgruppe Leutersdorf 1988/89, Fotos: Heiner Haschke 1988 Umweltschutz, sozialistische Landeskultur – Jahresbericht 1987 „Die durch die Industriebetriebe verursachten negativen Umwelteinwirkungen sollen mit der Realisierung der Maßnahmen aus der langfristigen Konzeption zur Entwicklung der Umweltbedingungen abgebaut werden. Eine Verbesserung der lufthygienischen Situation konnte nicht erreicht werden. Aktivitäten wie das Lager für Erholung und Arbeit und die FDJ-Initiative „Gesunder Wald“ brachten nicht die erwarteten Ergebnisse. Die Arbeit der staatlichen Umweltinspektion im Kreis ist nicht befriedigend. Zusammenfassung Beschlussvorlage Rat des Kreises Zittau 1988 Naturschutzkonzeption für den Kreis Zittau bis 1995 Beschlussvorlage Rat des Kreises Zittau Kritische Analyse der Naturschutzarbeit im Kreis; Aufgaben, Maßnahmen und Ziele für die Naturschutzarbeit bis 1995 1988 Kollektive Bürgereingabe, Olbersdorf, 29.10.1988 an E. Honecker: Nichtbeachtung des Landeskulturgesetzes und Landschaftspflegeplanes im LSG Zittauer Gebirge durch führende Wirtschafts- und Staatsfunktionäre bzw. staatliche Dienststellen – beim geplanten Bau „Galvanik“. 76