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Lehrpfade im Landkreis Görlitz

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27 Naturlehrpfade des Landkreises Görlitz vorgestellt

20 Strecke Themen

20 Strecke Themen Tagebaulehrpfad Olbersdorfer See > Zittau-Westpark > Grundbachbrücke > neues Grundbachtal > Grundbachsee > Grundbachhöhe > Olbersdorfer Höhe > Kirchbergaussicht > Ostufer > Hotel Haus am See > Strandbad am Nordufer 10,5 km 3 – 4 1 h • Abkürzungsmöglichkeit: von der Grundbachbrücke entlang des Grundbaches – Rundweg um den Olberdorfer See (4,5 km ca. 1,5 h) • Bergbaugeschichte sowie Besonderheiten in Natur und Landschaft nach dem Bergbau Sehenswürdigkeiten • Stadt Zittau mit Sehenswürdigkeiten im historischen Stadtkern Tipp: »Das Große Zittauer Fastentuch 1472« • Städtische Museen Zittau: Dr. Curt Heinke-Museum – Museum für Naturkunde des Zittauer Landes Begleitliteratur Erhältlich • Broschüre »Der ehemalige Tagebau Olbersdorf« – Lehrpfad zur Bergbausanierung und -folgelandschaft (begrenzt verfügbar, ausleihbar) • Gemeindeverwaltung Olbersdorf, Naturschutzzentrum »Zittauer Gebirge« gemeinnützige GmbH Zum Lehrpfad Der Lehrpfad Olbersdorfer See soll dem Besucher die Landschaft nach dem Bergbau näher bringen. Entlang des Lehrpfades informieren 13 Informationstafeln mit Text und Bild über die Bergbaugeschichte sowie über Besonderheiten in Natur und Landschaft nach dem Bergbau. Der Lehrpfad führt durch eine Landschaft, die über Jahrzehnte hinweg durch den Braunkohlenbergbau verändert wurde. Nachdem im Jahr 1991 im ehemaligen Braunkohlentagebau Olbersdorf die Braunkohlenförderung eingestellt wurde, erfolgte die Rekultivierung des Tagebaugeländes durch die LMBV. Die 2. Sächsische Landesgartenschau fand im Jahre 1999 unter dem Motto »Landschaft nach dem Bergbau« anlässlich der Sanierung des ehemaligen Tagebaus statt. Am Startpunkt des Lehrpfades, dem damaligen Haupteingang der Landesgartenschau im Zittauer Westpark, informieren eine Übersichtskarte und Wegweiser über den Verlauf des Lehrpfades. Dieser führt entlang eines Wirtschaftsweges am Campingplatz bis zur Grundbachbrücke und weiter durch das neu geschaffene Grundbachtal. Über die Alte Burgstraße, die als historische Handelsstraße eine Verbindung zwischen Böhmen und der Via Regia bedeutend war, führt der Lehrpfad am Grundbachsee entlang zur Grundbachhöhe und Olbersdorfer Höhe. Vorbei an der Kirchbergaussicht erreicht der Lehrpfad entlang des Wanderweges das Nordufer des Sees und schließlich wieder den Ausgangspunkt. Ausschilderung Der Verlauf des Lehrpfades ist mit dem Lehrpfadzeichen Grüner Schrägstrich gekennzeichnet. Sehenswürdigkeiten am Wege Unterwegs erwarten den Besucher mehrere schöne Aussichtspunkte, unter anderem die Olbersdorfer Höhe (308 m ü. NN), mit herrlichem Blick über das Zittauer Becken bis hin zum südlich gelegenen Zittauer Gebirge, die Kirchbergaussicht, Standort der ehemaligen Dorfkirche, die 1986 abgebrochen wurde, mit Blick über das rekultivierte Tagebaugelände. Wieder am Ausgangspunkt angekommen empfiehlt sich die Freizeitoase »Olberdorfer See« mit verschiedenen touristischen Angeboten. Entstehung Die Anlage des Lehrpfades wurde durch die LMBV mbH finanziert. An der fachlichen Bearbeitung waren das Naturschutzzentrum »Zittauer Gebirge« gemeinnützige GmbH, die LMBV mbH sowie freie Mitarbeiter beteiligt. Anlässlich der 2. Sächsischen Landesgartenschau unter dem Motto »Landschaft nach dem Bergbau« wurde der Lehrpfad im Jahre 1999 fertig gestellt. 20 80 TAGEBAULEHRPFAD OLBERSDORFER SEE 81

20 Wissenswertes Der Tagebau Olbersdorf förderte im Zeitraum 1908 bis 1991 insgesamt 21,5 Mio. t Rohbraunkohle. Mit einer Fläche von 298 ha galt der Tagebau Olbersdorf als der kleinste Tagebau der ehemaligen DDR. Das mächtige Schaufelrad eines Baggers sowie andere im Gelände belassene Ausstellungsstücke zeugen noch heute von der Tagebaugeschichte. Im Jahre 1991 begann die umfangreiche Rekultivierung des ehemaligen Tagebaugeländes. Einige Lehrpfadtafeln verweisen auf die im Zuge der Rekultivierung neu entstandenen Lebensräume, wie zum Beispiel den renaturierten Grundbach, den Flachwasserbereich des Sees mit Vorbehaltsflächen für den Naturschutz, sowie Flächen, die vollständig der natürlichen Entwicklung überlassen wurden, so genannte Sukzessionsflächen. 20 Start / Ziel Öffentlicher Verkehr Parkmöglichkeit Information Schaufelrad (Foto: K. Sbrzesny) • Zittau – Westpark (am ehemaligen Haupteingang der 2. Sächsischen Landesgartenschau) • Zug: Bahnhof Zittau Kleinbahn (SOEG): Haltepunkt Zittau –Vorstadt SOEG Bahn KBS 238 / Zittau –Bertsdorf –Kurort Oybin • Bus: Haltestelle Olbersdorf Freizeit-Oase KVG Stadtlinie A Zittau –Hörnitz • Bus: Haltestelle Olbersdorf –Poststraße KVG Linie 6 / Zittau –Olbersdorf –Kurort Oybin • gebührenpflichtiger Parkplatz am Campingplatz Olbersdorfer See • www.olbersdorf.de www.olbersdorfer-see.de www.naturpark-zittauer-gebirge.de Geologie Der geologische Untergrund des Gebietes besteht aus Granit. In der Kreidezeit vor ca. 80 Millionen Jahren wurde die Oberfläche der Oberlausitz von einem flachen Meer bedeckt. Es lagerte sich Sandstein ab. Vor ca. 30 Millionen Jahren, im Tertiär, kam es zu einer Absenkung des Landes an einer Bruchlinie. Es entstand das Zittauer Becken. In dieser Senke wuchs ein üppiger Urwald mit Sumpfzypressen und Mammutbäumen, aus dem in der Folgezeit die Braunkohle entstand. Dabei blieben abgestorbene Pflanzenteile im Sumpf liegen. Unter Luftabschluss verwesten sie jedoch nicht, sondern wurden über einen sehr langen Zeitraum zunächst in Torf, später in Braunkohle umgewandelt. Die Kohle im Zittauer Becken ist bis zu 120 m mächtig und wird von Schichten aus Lehm und Ton überlagert. Gegenwärtig erfolgt der Abbau noch im Großtagebau Turow auf der polnischen Seite. Tipp Das Erholungsgebiet Freizeitoase »Olbersdorfer See« bietet zahlreiche touristische Angebote. Am nordwestlichen Seeufer befinden sich ein Restaurant mit Biergarten und Open-Air-Bar »Sandbank«, ein Strandimbiss, Surfschule mit Fahrradvermietung, Strandbad mit Strandspielplatz sowie das Hotel »Haus am See«, im angrenzenden Westpark das Sport & Freizeitcenter mit Tennishalle und Bowlingbahn. oben: Strandspielplatz (Foto: NSZ) Mitte: Sukzessionsfläche (Foto: NSZ) unten: Malvengewächs (Foto: NSZ) 82 TAGEBAULEHRPFAD OLBERSDORFER SEE 83