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Lehrpfade im Landkreis Görlitz

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27 Naturlehrpfade des Landkreises Görlitz vorgestellt

24 Naturlehrpfad

24 Naturlehrpfad Jonsdorfer Mühlsteinbrüche > Kleinbahnhof Jonsdorf > Gemeindeamt > Kroatzbeerwinkel > Bärloch > Weißer Bruch > Carolafelsen > Alpenpfad > Gesteinsschauwand > Gemeindeamt Zum Lehrpfad Am Rande des Naturschutzgebietes »Jonsdorfer Felsenstadt« führt der Naturlehrpfad durch das Gebiet der ehemaligen Mühlsteinbrüche in Jonsdorf. Der Naturlehrpfad umfasst 70 Markierungen in Form von weißen Nummern, welche im Gelände, an markanten Punkten, zumeist an Felsen aufgetragen wurden. Sie weisen auf geologische oder botanische Besonderheiten oder Zeitzeugen des Mühlsteinabbaus hin. Kurze informative Erläuterungen findet man dazu in der Broschüre »Naturlehrpfad durch die Mühlsteinbrüche und Felsenstadt«. An einigen Stellen findet man auch Informationsoder Übersichtstafeln, welche auf geologische Denkmale oder Wissenswertes über Geologie und Geschichte hinweisen. Es empfiehlt sich, den Lehrpfad am Gemeindeamt Jonsdorf zu beginnen. Dort hält man sich zunächst links, wandert auf dem Talweg durch den Park, weiter durch den »Kroatzbeerwinkel« und dann rechts hinauf zum Sportplatz. Von hier aus folgt man dem Lehrpfadzeichen weiter die Stufen hinauf direkt in den ältesten Steinbruch hinein. Nach dem Durchwandern aller Steinbrüche lohnt sich ein Abstecher zur Gesteinsschauwand. Der Lehrpfad grenzt im Bereich des Alpenpfades an das NSG Jonsdorfer Felsenstadt mit gekennzeichneten Horstschutzzonen. Bitte die Wege nicht verlassen – Betretungsverbot während der angegebenen Brut- und Jungaufzuchtszeiten von Felsenbrütern. Ausschilderung Der Lehrpfad ist mit Markierungen am Felsen und Zahlen gekennzeichnet. Erläuterungen findet man in der Broschüre zum Lehrpfad. 24 Strecke Themen 4,5 km 3 – 4 2 h • Möglichkeit der Besichtigung des Schaubergwerks im Schwarzen Loch nach Vereinbarung (siehe Kontakt) • Geologie und Geschichte der Mühlsteingewinnung Sehenswürdigkeiten • Schmetterlingshaus Jonsdorf • Historische Schauwerkstatt Weberstube Jonsdorf • Waldbühne Jonsdorf Schutzgebiete Begleitliteratur Erhältlich Steinbruch-Schmiede (Foto: K. Sbrzesny) • Naturpark »Zittauer Gebirge« (D) • mit Naturschutzgebiet (NSG) Jonsdorfer Felsenstadt • FFH-Gebiet 32E »Hochlagen des Zittauer Gebirges« • Broschüre »Naturlehrpfad durch die Mühlsteinbrüche und Felsenstadt« • Zeittafel zur Geschichte der Mühlsteinbrüche • Tourist-Information Oybin und Jonsdorf Sehenswürdigkeiten am Wege Unterwegs begeistert eine bizarre Felsenlandschaft mit zahlreichen Sandstein-Felsgebilden, wie die Drei Tische, Mausefalle, Teekanne, Taube, Berhardiner, Zwerg und Orgel sowie historische Zeugnisse der damaligen Steinbruchtätigkeit: die vier Steinbrüche »Bärloch«, »Weißer Bruch«, »Kellerbergbruch« und »Schwarzes Loch«. Entstehung Bereits in den 1950er Jahren wurde das Gebiet der Mühlsteinbrüche durch einen Naturlehrpfad erschlossen. Dieser wurde in den 1990er Jahren durch maßgebliche Mitwirkung der Heimatfreunde des Jonsdorfer Gebirgsvereins 1880 e.V. erweitert und um touristische Attraktionen ergänzt. So dient der einstige Steinbruch »Schwarzes Loch« heute als Schaubergwerk. Seit 1998 werden hier regelmäßig Führungen angeboten. Sandstein- Felsgebilde »Kleine Orgel« (Foto: NSZ) 96 NATURLEHRPFAD JONSDORFER MÜHLSTEINBRÜCHE 97

24 links: Felsgebilde »Wankender Henning« (Foto: NSZ) Mitte: Mühlstein am Gemeindeamt Jonsdorf (Foto: NSZ) rechts: Gesteinsschauwand Ausschnitt (Foto: K. Sbrzesny) 24 Start / Ziel Öffentlicher Verkehr Parkmöglichkeit Information im »Schwarzen Loch« (Foto: K. Sbrzesny) • Gemeindeamt Jonsdorf • Zug: Kleinbahn (SOEG): Bahnhof Jonsdorf SOEG Bahn KBS 238 / Zittau –Bertsdorf –Kurort Oybin –Kurort Jonsdorf • Bus: Haltestelle Jonsdorf –Bahnhof KVG Linie 3 / Olbersdorf –Neugersdorf –Oppach KVG Linie 5 / Zittau –Olbersdorf –Kurort Jonsdorf KVG Kombilinie 13/7 / Großschönau –Jonsdorf –Oybin –Lückendorf • Parkplatz an der Kirche in Jonsdorf (ca. 100 m zum Bhf. Schmalspurbahn) • www.jonsdorf.de Wissenswertes Der Mühlsteinabbau erfolgte in insgesamt vier Steinbrüchen: Bärloch, Kellerbergbruch, Weißer Bruch und Schwarzes Loch. Bereits 1560 wurde hier die besondere Qualität des Sandsteins entdeckt. Eigentlich ist Sandstein ein relativ weiches Gestein, das leicht verwittert. Durch den Kontakt mit heißer Lava, die in der Zeit des Tertiärs durch die Spalten des Sandsteins drang, veränderte der Sandstein seine Eigenschaften. Man sagt, er wurde »gefrittet«. Dabei wurde der Sandstein so hart, dass er sich für die Herstellung von Mühlsteinen eignete. Die Jonsdorfer Mühlsteine waren von so guter Qualität, dass sie nicht nur im Inland verwendet wurden, sondern bis nach Russland und England transportiert wurden. Im Jahre 1918 wurde die Mühlsteinproduktion eingestellt. Unterwegs durch die Sandsteinlandschaft gibt es viele Felsgebilde zu entdecken, denen der Volksmund fantasiereiche Namen gab. Das Felsgebilde »Große und Kleine Orgel« wurde als geologisches Denkmal unter Schutz gestellt. Es zählt zu den bekanntesten Sandstein-Felsgebilden im Zittauer Gebirge. Seine Entstehung steht im Zusammenhang mit vulkanischer Tätigkeit im Zittauer Gebirge in der Zeit des Tertiärs. Aufsteigendes Magma wurde in eine weiche Schichtfuge des Sandsteins gepresst. Dadurch erhitzte sich der Sandstein und zersprang bei der Abkühlung in Säulen. Die Gesteinsschauwand informiert über die wichtigsten regionalen Gesteinsarten und deren Entstehung. Sie wurde durch den Jonsdorfer Gebirgsverein 1880 e. V. errichtet. 98 NATURLEHRPFAD JONSDORFER MÜHLSTEINBRÜCHE 99